Der erste Streik

Veröffentlicht auf von Marion

Jour 4 (20.01.09)


Passfotos: 5




Mensa


Wir sind wieder zur Uni gefahren und haben uns für die Grammatikkurse eingeschrieben. Nach dieser anstrengenden Prozedur sind wir zur Mensa Diderot gegangen. Dort standen die Studenten schon fast bis draußen vor der Tür Schlange. Es gab Kartoffelecken, Hacksteak, Bohnen und Salat (~ 4 €). Trinkwasser kann man sich kostenlos nachfüllen. Das Essen war, verglichen mit unserer KSF-Mensa in der Heimat, ein echter Traum! Nur das Hacksteak war etwa auf gleichem Niveau, geschmacklos und innen fast noch roh.




Anarchisten


Flo und Chris haben ihren ersten Französischkurs besucht, während ich mir noch einmal die genauen Daten zu den Kursen vom Aushang abschreiben wollte. Doch als ich gehen wollte, waren plötzlich alle Türen verschlossen und zwei Sicherheitskräfte sind durchs Gebäude gegangen. Ich bin letztendlich durch den Behindertenausgang rausgekommen und mir keine weiteren Gedanken gemacht. Im Nachhinein habe ich von Chris und Flo folgende Version gehört: eine aufgeregte Dame kam in ihren Kurs gerannt und verkündete, dass man den Kurs sofort abbrechen müsste, weil Anarchisten angekündigt haben, in die Unigebäude einzudringen und alles kurz und klein zu schlagen. Das war also der erste Streik, den wir mitbekommen haben.


Bei Eve habe ich mir noch einen Mitgliedsausweis machen lassen (natürlich mit Passfoto), um dort auch WiFi (W-LAN) zu haben. Die richtigen Zugangsdaten bekomme ich aber wohl erst mit meinem Studentenausweis.


ICM


Der Weg zum ICM (Institut pour la communication et des médias) ist von der Uni ganz schön weit, was man bei der Kursbelegung auf jeden Fall beachten muss. Das ICM ist eigentlich fast genau wie das IJK: außerhalb, weit weg, aber moderne Architektur und sie haben sogar die gleichen Fahrstühle. Hier gibt es allerdings auch einen hübschen Innenhof, der vor allem von Rauchern benutzt wird.




Auf dem Rückweg bin ich am Centre Commerciale vorbeigekommen. Es besteht gar nicht nur aus dem Carrefour, sondern ist eine Mall mit vielen Geschäften. Es ist so groß, dass es mindestens zwei Haltestellen hat.


Erasmus-Studenten


Heute abend sollte es um 19 Uhr eine historische Stadtführung von Intègre für alle ausländischen Studenten geben. Nach dem Abendessen (Baguette mit Käse) wollte ich zum Treffpunkt fahren, habe aber auf dem Weg dorthin zwei Mal die falsche Bahn genommen, sodass ich zwanzig Minuten zu spät am Notre Dame kam. Während ich auf Flo und Chris gewartet habe, habe ich mir den Stadtkern angeschaut und einige Fotos gemacht. Es ist wirklich eine schöne Stadt.

Dann kam ein Anruf von Chris, sie waren angekommen und hatten andere Erasmusstudenten getroffen. Es stellte sich heraus, dass sie dachten, die vereinbarte Zeit wäre 19.30 gewesen. Da auch keiner mehr kam, sind wir auf eigene Faust losgezogen und haben uns in einen Pub gesetzt. Ich habe mir einen Chartreuse bestellt, einen grünen Kräuterschnaps, der zwar gut schmeckt, mir aber zu stark ist.


Die anderen Studenten sind ziemlich nett. Es waren zwei Deutsche, zwei Norweger, eine Schottin, ein Spanier und ein Kanadier. Es gab wenig Verständnisprobleme, nur als dann die Kneipe eine boîte (Disco) wurde, war es zu laut zum Reden.



Später gingen wir zu fünft zu Quick, einer Art McDo. mit Hotdogs. Dort bekommt man mit Studentenausweis auch Rabatt. Die Bahnen fahren unter der Woche noch bis kurz nach Mitternacht, sodass wir nicht lange dort geblieben sind.


Veröffentlicht in Freizeit in Grenoble

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